Großer Galtenberg (mittel, 1450hm, 7h)
Der Große Galtenberg (2424m) ist der höchste Berg im Bezirk Kufstein und für uns einer der schönsten Aussichtsgipfel im gesamten Alpbachtal — die bekannteren Nachbarn Wiedersbergerhorn (2127m) und Gratlspitze schaut er deutlich von oben an. Der Alpenvereinsführer nennt ihn sogar „eine der berühmtesten Aussichtswarten der Ostalpen“ — und oben angekommen versteht man auch sofort, warum: Der Blick geht ungehindert in alle Himmelsrichtungen. Wer dann noch Reserven hat, hängt den Kleinen Galtenberg gleich mit dran. Und im Abstieg wartet mit der urigen Farmkehralm eine der gemütlichsten Einkehren der Gegend auf den durstigen Wanderer.
Der Weg dorthin ist lang, aber technisch nie wirklich schwierig. Vom Parkplatz an der Pöglbahn in Inneralpbach (ca. 1000m) geht es zunächst über einen wunderschönen Wurzelweg durch den Wald, dann über weite, offene Almwiesen — und ab hier hat man sein Ziel die ganze Zeit vor Augen, was ungemein motiviert. Nur der Gipfelaufbau verlangt nochmal alles: steil, steinig und etwas rutschig. Konditionell auf keinen Fall unterschätzen: 1450hm und 18km sind ein langer Tag!
Der Abstieg verläuft ab der Alm jedoch leider fast durchgehend über Forststraße und zieht sich ordentlich. Deshalb unser Tipp: Wer auf die Einkehr im Abstieg verzichten kann, geht am besten andersrum: Den Forstweg zur Farmkehralm gleich zu Beginn aufwärts — oder sogar mit dem (E)Fahrrad — und von der Alm aus über den Grat zum Gipfel. Der ist etwas anspruchsvoller, aber nie schwer, und der Kleine Galtenberg lässt sich mit leichter Kraxelei unterwegs optional mitnehmen.
Zusammenfassung Großer Galtenberg
- Art: Mittelschwere Bergwanderung (rot — auch wenn andere Portale sie als schwer führen; anspruchsvoll ist allein die Länge)
- Höhenmeter: ca. 1450hm in Auf- & Abstieg
- Länge: ca. 18km
- Gehzeit: Gesamt ca. 7h – Aufstieg ca. 4h, Abstieg ca. 3h
- Kondition: Hohe Anforderungen; der lange Aufstieg und die Gesamtlänge verlangen Ausdauer
- Technik: Überwiegend einfache Steige und Forstwege. Im Gipfelaufbau steiniger, etwas rutschiger und deutlich steilerer Steig, hier ist Trittsicherheit notwendig.
- Rundtour: ja
- Ausrüstung: Normale Wanderausrüstung mit festen Wanderschuhen
Anfahrt Großer Galtenberg
Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
- Mit der Bahn bis Brixlegg, von dort mit dem Regionalbus durchs Alpbachtal bis Inneralpbach.
Anreise mit dem PKW
- Adresse fürs Navi: Parkplatz Pöglbahn, Inneralpbach, 6236 Alpbach
- Kurzbeschreibung von München: A8 Richtung Salzburg – A93 Richtung Kufstein/Innsbruck – weiter auf der Inntalautobahn A12 – Ausfahrt Kramsach/Brixlegg – über Reith im Alpbachtal und Alpbach weiter taleinwärts nach Inneralpbach – zur Talstation der Pöglbahn.
- Routenplaner: Anfahrt Großer Galtenberg
- Parken: Großer Parkplatz direkt an der Talstation der Pöglbahn — die Bahn fährt nur im Winter, im Sommer ist das der Wanderparkplatz. Alternativ fährt man an der Kreuzung rechts noch ein Stück in den Greiter Graben hinein und parkt beim ehemaligen Gasthof Leitner (kostenpflichtig) — das verkürzt den langen Forstweg am Ende der Runde.
- Info: Eine Toilette liegt etwas oberhalb des Parkplatzes beim Kinderspielplatz.
Wegpunkte Großer Galtenberg Rundtour
Parkplatz Pöglbahn Inneralpbach (ca. 1000m) – Alpbacher Bergbauernmuseum – Abzweig am Sattel (3:15h) – Großer Galtenberg (2424m, 4:00h) – Abzweig Sattel – Farmkehralm (1521m, 5:30h) – Parkplatz Pöglbahn Inneralpbach (ca. 1000m, 7:00h)
Aufstieg Großer Galtenberg
Vom Parkplatz an der Pöglbahn folgen wir der Hauptstraße leicht bergauf und bei der T-Kreuzung an der Kreuzung links: Der Aufstieg führt über die östliche Talseite hinauf, zurück kommen wir am Ende der Runde über die westliche — also von rechts. Wir bleiben auf der Teerstraße, folgen dan nach links den Schildern nach und biegen direkt vor dem Alpbacher Bergbauernmuseum rechts (Wiese) hinauf ab. Achtung, dieser Abzweig ist nicht besonders auffällig, hier also die Augen offen halten!
Jetzt wird es wurzeliger: Ein Wurzelweg — beschildert als Weg Nr. A37 — zieht durch den Wald bergauf. Wir kreuzen zwei- bis dreimal den Forstweg; wer will, folgt einfach diesem nach oben, die Abkürzungen sind aber gut beschildert und deutlich angenehmer zu gehen. Nach rund 1:45h erreichen wir die Wegkreuzung Alplkreuz mit einer schönen Raststelle (Bank). Nach und nach wird der Wald lichter, die Aussicht immer besser, und plötzlich haben wir unser Ziel zum ersten Mal im Blick, und es geht moderat und teils flach über den Bergrücken.
Über wunderschöne, weite Wiesen geht es auf den Kamm hinauf und weiter bis zum Abzweig am Sattel (ca. 3:15h), an dem wir später rechts zur Farmkehralm absteigen. Wir halten uns hier links. Der Steig wird steinig, etwas rutschig und deutlich steiler, hier heißt es langsam machen. Nach insgesamt ca. 4 Stunden stehen wir aber am Gipfel des Großen Galtenbergs, und spätestens jetzt ist jede Mühe vergessen. Wir hatten bei unserer Tour leider ausgerechnet Gipfelwolken erwischt — das Panorama war aber trotzdem super! Man kann sich also gut vorstellen, wie sensationell die Rundumsicht bei richtig klarer Sicht sein muss.
Wer noch Lust und Kraft hat, nimmt von hier den Kleinen Galtenberg (2318m) mit — dazu folgen wir vom Gipfelkreuz aus dem Steig Richtung Süden über das Galtenbergjoch bergab, kurz vor dem Gipfel geht es dann rechts bergab zur Farmkehralm. Lohnt sich!
Abstieg über die Farmkehralm
Wir steigen auf dem Aufstiegsweg zurück zum Abzweig am Sattel und gehen dort links Richtung Farmkehralm Hochleger — zuerst auf dem Steig, dann irgendwo über die Wiese zu den Gebäuden und schließlich auf Forstweg, von dem es dann später links bergab auf Steig beschildert zur Alm geht.Nach fast sechs Stunden ohne jede Einkehrmöglichkeit schmeckt das kalte Getränk hier umso besser :)
Ab der Alm folgen wir dem Forstweg talwärts, zu Beginn kann man auch rechts auf Steig abkürzen. Der Weg geht später kurz in eine Teerstraße über und bringt uns auf der westlichen Talseite zurück nach Inneralpbach, vorbei an einem großen Parkplatz weiter bergab zu der Kreuzung vom Beginn der Tour und zum Parkplatz.
Einkehrmöglichkeiten Großer Galtenberg
- Farmkehralm (1521m): Sehr urig, sehr freundlich und richtig gemütlich — für uns das Highlight im Abstieg. Es gibt Getränke und auch Essen bei einem wirklich guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Für die Kinder gibt es einen großen Brunnen, einen kleinen Sandkasten, Hühner und ein Wasserrad — hier bleibt man gerne länger sitzen, als man eigentlich wollte.
- Geöffnet Ende Mai bis Anfang Oktober, Ruhetage wetterabhängig. Eine eigene Website hat die Alm nicht — erreichbar ist sie telefonisch unter +43 680 3209085 oder über ihre Facebook-Seite.
Hinweise Großer Galtenberg
- Beste Jahreszeit: Der Gipfelaufbau liegt auf über 2400m und ist damit deutlich länger winterlich als der Rest der Tour. Vor Mitte Juni muss man im steilen Schlussstück mit Altschneefeldern rechnen — genau dort, wo der Steig ohnehin steinig und rutschig ist. Die sichere Zeit ist Ende Juni bis Mitte Oktober, was sich auch gut mit der Saison der Farmkehralm deckt. Im Frühsommer vorher die Schneelage prüfen.
- Die Runde andersherum — unsere Empfehlung: Zuerst über die Forststraße (oder mit dem Fahrrad) in gut anderthalb Stunden zur Farmkehralm, von dort dem beschilderten Weg „Großer Galtenberg über Grat“ zum Gipfel und über die östliche Talseite zurück. Der Grat ist etwas anspruchsvoller, aber nie schwer und weiterhin rot markiert — von unten sieht er ruppiger aus, als er ist. Der Kleine Galtenberg lässt sich dabei gleich mitnehmen. Einziger Haken: Die Einkehr liegt dann ganz am Anfang statt als Belohnung am Schluss.
- Keine Quellen unterwegs — ausreichend Getränke mitnehmen!
Karte & Höhenprofil
Tipp: Tourenbericht und GPS-Track offline nutzen >
Bilder Großer Galtenberg
Bewertung der Tour
Zusammenfassung: Schöne Runde mit super Aussicht aber recht hohem Forstweganteil und dadurch sehr erschlossen.








