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Bergblog Gipfel Hochwanner mit Zugspitzplatt

Titelbild: Gipfel Hochwanner mit Zugspitzplatt    Artikel verfasst von:

Schwierigkeitskala von Wanderungen & Bergtouren

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Immer wieder gibt es Feebacks von Nutzern, dass Touren zu leicht, zu schwer zu lange oder zu kurz beschrieben sind. Dies sind meist subjektive Einschätzungen oder “Missverständnisse”, da die Schwierigkeit auch auf die Länge bezogen wird. Wir orienrieren und an objektiven Kriterien anhand der DAV und der SAC Skala. Alle Infos findet ihr (hoffentlich) hier ?

Wichtige generelle Infos zur angegebenen Schwierigkeit:

  • Das größte Missverständnis: Die Schwierigkeitsangabe bezieht sich immer nur auf die technische Schwierigkeit, NICHT (!) auf die konditonelle Schwierigkeit! Eine Wanderung kann also theoretisch 100km lang und über 8000 Höhenmeter am Stück sein und dennoch leicht. Checkt daher immer die Höhenmeter und Länge der Tour in der Beschreibung, zudem geben wir hier eine Einschätzung zur benötigten Fitness!
  • Neben der Fitness und Erfahrung spielen die individuellen Verhältnisse (z.B. Matsch, Schnee etc.) natürlich eine große Rolle, so kann eine leichte Tour durch Regen am Vortag (oder natürlich Schnee) stellenweise richtig schwer werden. Aber auch umgefallene Bäume, Erdrutsche etc. sind in der Natur möglich :). Die Klassifizierung bezieht sich immer auf “normale”, gute Verhältnisse!
  • Leicht heißt nicht “schafft jeder”: Auch leichte Touren können (nicht nur wegen der Länge) individuell herausfordernd sein, nur weil sie “leicht” sind heisst es nicht dass sie jeder problemlos schaffen kann. In der Regel klappt das zumeist aber schon, aber langsam rantasten macht Sinn :)
  • Schilder sind nicht immer korrekt: Viele kennen es, auf Schildern mal Gehzeiten komplett falsch (späteres Schild zeigt längere Gehzeit), mal ein roter Punkt, mal ein blauer oder gar schwarzer, oder eine leichtere Tour ist schwarz markiert. Schilder sind eine super Indikation, haben aber nicht immer recht und sind manchmal auch “veraltert” (wenn z.B. der Weg saniert wurde), dennoch kann man sich in 99% auf sie verlassen.

Welche Klassifizierungen gibt es

Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Klassifizierungen vom DAV, die durch die SAC-Wanderskala (mehr Infos) nochmal in 6 “T” Grade unterteilt werden können.

🔵 Leichte Wanderung = blau = T1, T2
🔴 Mittelschwere Wanderung = rot = T3
Schwere Wanderung = schwarz = T4, T5, T6

Zudem gibt es für jeden T-Grad noch den Zusatz “+”, wenn die Tour am Übergang der einen Klassifizierung zur anderen ist ist. So ist z.B. “T2+” eine Tour, die noch blau ist, aber fast eine T3 = rot ist, aber eben nicht ganz. Klar oder? :)
Diese feinen Unterschiede schaffen oftmals Irritationen “Hey, die Tour war nicht leicht sondern mittel”, die leider nie ganz aufgelöst, aber zumindest etwas reduziert werden können.

Zu beachten auch noch, dass T5 und T6 Alpine Bergtouren sind und leichteren Hochtouren entsprechen, bei uns bezeichen wir diese als “Alpine Bergtour“, diese sind für normale Wanderer absolut ungeeignet :)

Was heisst T1, T2, T3, T4 Wanderung

⚪🔵 T1 “Wandern”:

  • Markierung: Blau oder leerer Kreis ⚪ = Talweg
  • Weg: Weg gut angelegt und klar, meist breiter Forstweg. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden.
  • Anforderungen: Keine, auch mit Turnschuhen geeignet. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich.
  • Beispiele T1: Eibsee, Osterseen
  • Beispiele T1+: Schliersbergalm

🔵 T2 “Bergwandern”

  • Markierung: Blau
  • Weg mit durchgehendem Weg oder Steig (Trassee). Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen, aber zumeist sehr gut gesichert.
  • Anforderungen: Etwas TrittsicherheitTrekkingschuhe sind empfehlenswert. Elementares Orientierungsvermögen.
  • Beispiele T2: Jochberg, Hochries, Wank, Aueralm, Kala-Alm
  • Beispiele T2+: Wendelstein über Sudelfeld, Breitenstein, Geigelstein

🔴 T3 “Anspruchvolles Bergwandern”

  • Markierung: Rot
  • Weg: Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen.
  • Anforderungen: Gute Trittsicherheit, gute Trekkingschuhe nötig. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.
  • Beispiele T3: Trainsjoch, Wallberg Gipfel
  • Beispiele T3+: Bärenkopf

T4 “Alpinwandern”

  • Markierung: Schwarz
  • Weg: Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen. Im Hochgebirge evtl. einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen. Eventuell leichte Kletterstellen bis zum 1. Schwierigkeitsgrad nach UIAA.
  • Anforderungen: Vertrautheit mit exponiertem Gelände nötig. Stabile Trekkingschuhe. Gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen. Alpine Erfahrung. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden. Schwindelfreitheit und Trittsicherheit fast immer elementar.
  • Beispiele: Guffert, Mondscheinspitze, Seekarspitze, Kramerspitz

T5 “Anspruchvolles Alpinwandern”

  • Markierung: Schwarz
  • Weg: Oft weglos. Einzelne einfache Kletterstellen. Exponiert, anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen. Im Hochgebirge evtl. apere Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr. Bergschuhe. Sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungsvermögen. Gute Alpinerfahrung im hochalpinen Gelände. Elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil. Kurze Kletterstellen bis zum 2. Schwierigkeitsgrad nach UIAA.
  • Anforderungen: Bergschuhe. Sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungsvermögen. Gute Alpinerfahrung im hochalpinen Gelände. Elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil.
  • Beispiele:

T6 “Schwieriges Alpinklettern”

  • Markierung: Schwarz odert nicht vorhanden
  • Weg: Meist weglos. Kletterstellen bis II. Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände. Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr. Meist nicht markiert.
  • Anfoderungen: Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln.
  • Beispiele:

So what ??

Wir hoffen etwas Licht ins Dunkle gebracht zu haben. Fakt ist und bleibt “leider”, dass man nie alle Bertouren absolut objektiv bewerten kann, inbesondere weil die Bedinungen sich kurzfristig ändern können und auch lokale Einschätzungen manchmal abweichen.
Wählt daher im Zweifel zur Sicherheit immer eine leichtere Tour, tastet Euch langsam heran und checkt lokale Bedinungen (z.B. Wetterbericht, Webcams, Anruf bei der Hütte etc.).

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