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Schwere Skitouren Lüsener Villerspitze

Titelbild: Lüsener Villerspitze    Artikel verfasst von:

Lüsener Villerspitze (schwer, 1.400hm, 6h)

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Im Reigen der überlaufenen Lüsener Berge ist die Lüsener Villerspitze (3.027m) ein eher selten besuchtes Skitourenziel. Das liegt vor allem daran, dass man mehrere schwierige Stellen zu bewältigen hat und man dafür einige Erfahrung im Skibergsteigen haben sollte. Wer sich die Tour aber zutraut und gute Schneebedingungen abwartet, wird mit einem wilden Gipfel belohnt, den man in der Regel für sich alleine haben sollte. Die nord-westlich ausgerichtete Abfahrt dürfte in der Regel auch bessere Schneeverhältnisse aufweisen als die sonnenverwöhnten Modetouren Zischgeles und Lampsenspitze auf der gegenüberliegen Talseite.

Fazit: Tourentipp für erfahrene Skibergsteiger, die mit schwierigem und lawinengefährdetem Gelände umgehen können.

Zusammenfassung

  • Art: Schwere Skitour
  • Höhenmeter: ca. 1.400hm
  • Dauer: ca. 4h Aufstieg, 2h Abfahrt
  • Kondition: hohe Anforderungen; nur ausdauernden Sportlern zu empfehlen.
  • Technik: solide Spitzkehrentechnik und Abfahrtstechnik im Steilgelände.
  • Ausrüstung: Schitourenausrüstung + Harscheisen, eventuell Steigeisen und Leichtpickel für den Gipfel.
  • Rundtour: nein

Anfahrt

Mit den öffentlichen Verkehrmitteln

  • Der Ausgangspunkt der Tour ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen. Die nächste Bushaltestelle befindet sich in Praxmar.

Mit dem PKW

  • Adresse fürs Navi: Parkplatz Westfalenhaus, 6184 Lüsens, Österreich
  • Im Detail: Über die Inntalautobahn A12 zur Ausfahrt Kematen. Weiter über Kematen, Sellrain, Gries zum Alpengasthof Lüsens. Dort löst man ein Parkticket und fährt ca. 600m zurück zu einem kleinen Parkplatz am Straßenrand bei einer Gitterbrücke.
  • Google Routenplaner: Anfahrt Lüsener Villerspitze

Wegpunkte

Lüsenstal (ca. 1.646 m) – Wildruhefläche „Keuche“ – Schönlisental – Hochgraffljoch (2.693 m) – Lüsener Villerspitze (3.027 m)

Aufstieg Östliche Karwendelspitze

Vom Parkplatz steigt man ostwärts über steiler werdendes Wiesengelände leicht links haltend bis eine Höhe von knapp 1.800m. Nun links haltend durch recht dichten Wald und leicht ansteigend in einem großen Rechtsbogen in eine baumfreie Schneise, die ab ca. 1.870m beginnt. Die Querung des Waldes führt durch die Wildruhefläche „Keuche“, durch die ein Skitourenleitsystem den optimalen Durchstieg markiert – bitte die Augen nach den Markierungen offen halten! Durch die Schneise steigt man in immer offeneres Gelände, welches am rechten Waldrand erstiegen wird.

In einer Höhe von ca. 2.060m wendet man sich nach rechts und quert durch kupiertes Gelände in Richtung Schönlisental. Es folgt die lawinengefährdete Querung eines breiten Steilhanges unterhalb eines mannshohen Steinmanns, die in den Talboden zum Schönlisenbach führt. Über den flachen Talboden steigt man bis kurz vor das Hochgraffljoch auf. Von hier tut sich ein schmales Kar Richtung Süden auf, das felsdurchsetzt und steil zu einem flachen Sattel (P.2822m) führt. Vom Sattel noch einige Meter südwärts bis zum Abbruch ins Fotschertal und über den ostseitigen, sehr steilen Hang weiter hoch auf den Gipfelrücken. Oftmals ist es notwendig, hier einige Meter die Ski zu schultern. Auf dem Gipfelrücken unschwierig mit Ski weiter zum Skidepot unterhalb des Vorgipfels (P. 2981m), den man mit wenigen Schritten zu Fuß erreicht.

Wer weiter bis zum Hauptgipfel (3.027m) aufsteigen will, benötigt hervorragende Schneebedingungen, da ein Fehltritt in der Steilflanke kurz vor dem höchsten Punkt fatale Folgen haben könnte. Wir mussten bei unserer Begehung kurz unterhalb des Gipfels umdrehen.

Abfahrt

Die Abfahrt kann bei exzellenten Verhältnissen vom Gipfel oder von der Scharte zwischen Vor- und Hauptgipfel über die steile, von großen Felsblöcken durchsetzte Nordflanke (37 Grad Neigung, ca. 300hm) erfolgen. Wer keine exzellenten Bedingungen vorfindet oder wem die Nordflanke zu steil ist, der fährt im Regelfall entlang der Aufstiegsspur ab.

Sollte im Mittelteil die Querung der lawinengefährdeten Steilflanke zum mannshohen Steinmann zu heikel erscheinen (tageszeitliche Erwärmung!), dann fährt man im Talboden ein Stück weiter hinab, passiert so den Steilhang unterhalb und erreicht den Aufstiegsweg durch einen kurzen Gegenanstieg mit Fellen (ca. + 15 Minuten, + 50hm). Zuletzt fährt man durch die Schneise, die man vom Aufstieg kennt, bis zu einem Wegweiser hinab, der zum Parkplatz weist und die Wildruhezone markiert.

Einkehrmöglichkeiten

Karte & Höhenprofil

- Download GPS-Track >
- Tipp: Tourenbericht und GPS-Track offline nutzen >

Bilder

Bewertung

Lüsener Villerspitze (schwer, 1.400hm, 6h) https://www.bergtour-online.de/wp-content/uploads/2024/03/luesener-villerspitze.jpg
Aussicht
Aufstieg
Abfahrt
Natur
Verkehr & Trubel

Zusammenfassung: Einsame Skitour für erfahrene Skibergsteiger. Die Abfahrt entlang der Aufstiegsspur ist nur abschnittsweise lohnend.

4.4


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