Schöne Bergwanderungen, Bergtouren und Klettersteige in den Bayerischen Voralpen, Tirol, Karwendel, Chiemgau, Wettersteingebirge und vielen anderen Gebieten - Und das dazu passende Outdoor-Equipment im Test. Viel Spaß!


Schwere Wanderungen Die Notkarspitze

Titelbild: Die Notkarspitze    Artikel verfasst von:

Notkarspitze (schwer, 1100hm, 5:45h)




Die Notkarspitze (1889m) ist wegen der grandiosen Aussicht u.a. auf das Zugspitzmassiv trotz des langen Aufstiegs ein beliebtes Gipfelziel. Am langen Gratverlauf kann man noch zwei weitere tolle Gipfel „mitnehmen“ (Ochsensitz & Ziegelspitze), beide liegen quasi auf dem Weg. Der beschriebene Aufstieg vom Ettaler Sattel ist mittelschwer, der Steig im Abstieg teilweise sehr steil und mit Stahlseilen unterstützt. Wer dies scheut geht einfach auf dem Aufstiegsweg zurück, die Aussicht ist immer super ;)

Die Tour ist wegen der Abwechslung als Rundtour empfehlenswer. Die hier vorgestellte Rundtour ist in beiden Richtungen eine Option, wir gehen von Ettal gesehen im Uhrzeigerinn eher flach hoch und steiler zurück. Viele steigen aber auf dem Anstiegsweg wieder ab, weil er so schön und weniger steil ist.

Zusammenfassung Wanderung Notkarspitze

  • Art: Schwere bis mittelschwere Bergwanderung
  • Höhenmeter: ca. 1100hm in Auf- & Abstieg, mehrere Gegenanstiege
  • Gehzeit: Gesamt 5:30h – Aufstieg ca. 3:30h, Abstieg ca. 2:15h)
  • Kondition: mittel bis hoch
  • Technik: im Anstieg noch moderat, im Abstieg steile Pfade, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern
  • Rundtour: ja
  • Ausrüstung: Wanderausrüstung

Anfahrt Notkarspitze

  • Adresse fürs Navi: Gießenbacher Weg, 82488 Ettal, Deutschland (Ettaler Sattel) – Alternativ wenn überfüllt in Ettal bei Kloster parken
  • Google-Routenplaner: Anfahrt Notkarspitze

Wegpunkte:

Parkplatz Ettaler Sattel (ca. 880m) – Ochsensitz (1515m) – Ziegelspitze (1719m) – Notkarspitze (ca. 1889m, 3:30h) – Parkplatz (ca. 880m)

Aufstieg (sehr gut beschildert)

In Kurzform: Immer der Beschilderung „Notkarspitze“ folgen

Vom Parkplatz folgen wir der Beschilderung bergauf und gleich links. Nach wenigen Höhenmeter biegt in einer Spitzkehre eine wenig befahrene Forststraße rechts ab, dieser folgt man nur wenige Meter und gelangt an einen weiteren Wegweiser Richtung Notkarspitze. Dem hier abzweigenden Pfad folgt man nun immer bis zum Gipfel der Notkarspitze. Der Pfad führt relativ steil in ca. 1:45h zum ersten Etappenziel – dem Ochsensitz. Diesem schönen Aussichtspunkt mit Gipfelkreuz sollte man unbedingt einen kleinen Abstecher gewähren, den man hat einen tollen Tiefblick auf Ettal und sein Kloster.

Ab hier geht es gemächlicher am Grat entlang zur Ziegelspitze und nach einer kurzen Querung über den Gipfelaufschwung zur Notkarspitze (ca. 1:45h vom Ochsensitz). Es empfiehlt sich wirklich, genug Zeit für eine ausgedehnte Gipfelrast mitzubringen, den die Aussicht wird einem bestimmt nicht so schnell langweilig, und der lange Anstieg muss auch „verdaut“ werden, wozu sich der gemütliche Grasgipfel ideal eignet. (PS: Kurz hinterm Kreuz ist ein Schild aufgestellt das vermeintlich Richtung Notkarspitze zeigt, obwohl man bereits am Gipfel ist, nicht irritieren lassen :))

Abstieg (gut beschildert)

In Kurzform: Immer der Schilderung „Ettaler Mühle“ bis ins Tal folgen und dann Richtung „Parkplatz Ettaler Sattel“

Hinweis: Bei Schnee, starker Nässe oder wenn man nicht gerne steil absteigt empfiehlt es sich auf dem Aufstiegsweg abzusteigen, da dieser nicht nur deutlich schöner sondern auch wesentlich unsteiler und stärker frequentiert ist!

Hinter dem Gipfelkreuz weist ein Schild Richtung „Ettal und Ettaler Mühle“ und wir steigen hier ab.

Wir folgen dem nach Norden führenden Pfad und steigen – zum Teil sehr steil – durch ein Latschenfeld ab. Man erreicht einen Karboden und kann nochmals den heute zurückgelegten Weg am Grat von unten bewundern. Danach geht es in den Bergwald und der Steig ist teilweise mit Stahlseilen entschärft.

 Trittsicherheit sollte auf jeden Fall vorhanden sein und etwas Routine mit heiklen Stellen kann bei Vereisung im Herbst und Frühjahr (schattige Nordseite!) auch nicht schaden. Nach langen 2h erreicht man den Talboden und folgt nach rechts am Waldesrand dem Weg zurück zum Ausgangspunkt (15-20 Minuten).

Hinweise und Einkehrmöglichkeiten

  • Einkehr: keine Einkehrmöglichkeit auf der Tour, in Ettal mehrere Gasthäuser
  • Beliebte und häufig frequentierte Tour, für Familien mit kleinen Kindern weniger geeignet (lang, „langweilig“, steil)
  • Für Trailrunner möglich, Aufstieg recht moderate Steigung

Karte & Wegverlauf



Tipp: Tourenbericht und GPS-Track offline nutzen >

Bilder Wanderung Notkarspitze

Bewertung der Tour

Test https://www.bergtour-online.de/wp-content/uploads/2012/11/IMG_1919.jpg
Aussicht
Aufstieg
Abstieg
Natur
Verkehr & Trubel

Zusammenfassung: Schöne Rundtour, die etwas Kondition verlangt. Drei Gipfel auf einer Tour, stark frequentiert bei schönem Wetter.

3.8


Tags: , , , , , ,



22 Kommentare zu Notkarspitze (schwer, 1100hm, 5:45h)

  1. Florian Buschek sagt:

    Aktuell top Bedingungen über den Sattel. Auf den Weg über die Mühle habe ich gerne verzichtet und stattdessen den Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen genossen.
    Schnee liegt ab dem Ochsensitz schon ordentlich und teils sehr rutschig. Ich bin ohne Grödel gegangen, vielleicht marginal besser mit. Der Abstieg macht so natürlich ordentlich Spaß…wenn man fällt dann fällt man weich und rutscht halt ein bisschen auf anderen Körperteilen ein Stück weiter ;)

  2. Florian Buschek sagt:

    Ich bin die Tour heute andersrum gegangen, würde ich definitiv aktuell auch so empfehlen bzw vielleicht sogar keine Rundtour zu machen. Der Aufstieg von der Ettaler Mühle ist zunächst recht rutschig, aber ganz gut machbar. Allerdings liegen später zwei Bäume im Weg, die umständlich umgangen werden müssen und in dem flachen Teil hinter dem Wald ist direkt eine Schlammlawine abgegangen, die recht eklig zu queren ist. Dafür ist der Anblick des Kars mit Grat schon äußerst belohnend.
    Ansonsten super Tour und aktuell auch schneefrei.
    Der Parkplatz kostet €3 für 4 Stunden und €6 den ganzen Tag.

    • Fritz sagt:

      Danke Dir Florian, ja wir gehen die bald nochmal und korrigieren :) Abstieg wie Aufstieg schon echt schöner… LG

      • Hartmut sagt:

        Lieber Fritz, noch ein Hinweis:
        Die Tour ist auch im Winter beliebt. Da empfiehlt sich bei Schnee, vom Sattel her aufzusteigen, da man oben ganz gut einschätzen kann, ob man zur Mühle absteigen kann bzw. will.
        Außer man will unbedingt spuren. ?

  3. Luke sagt:

    Haben die Tour am 22.5.23 gemacht, „verkehrt“ herum wie hier beschrieben, da wir den langen geraden Weg als Warum-Up genutzt haben.
    Tour war so wie oben im Text beschrieben, vielen Dank dafür.

    Ich würde, wie hier in den Kommentaren beschreiben, die Tour NIE im Winter machen. Ist mMn unverantwortlich, da viel zu steil, dann rutschig etc.
    Aber leider habe ich am Berg schon „fast“ alles erlebt, deshalb wundert mich
    hier nichts mehr.

  4. Hartmut sagt:

    Ich bin die Tour so am 29.1.22 gegangen. Fast alle gehen im Winter über den Aufstieg zurück. Der Abstieg zur Ettaler Mühle über den Steig ist deutlich schwerer, vor allem im Winter. Wenn nicht gespurt ist braucht man sehr gute Karten und Orientierung.
    Ich hatte das Glück dass gerade 3 frisch spurend hochgekommen waren und der Plan somit leichter machbar war. Etwa 50 cm Pulverschnee im oberen Teil weit herunter. Viele Sicherungen, zum Teil auch ausgesetzt ohne Sicherung. Mit Erfahrung und adäquaten Fähigkeiten gut machbar und dann besonders empfehlenswert, da superschön.
    1140 Hm laut Bergfex Aufzeichnung, sollte bei euch bitte angepasst werden auf ca. 1150 Hm.
    Dauer 5:30 h ohne Pausen, der Abstieg dauerte wegen den winterlichen Verhältnissen mit gebotener Vorsicht etwa so lange wie der Aufstieg. Der Rückweg vom Bereich Mühle zum Sattel war mit rund 2,3 km Luftlinie länger als 15 min.
    Fazit: Als schwere Rundtour ein Traum besonders im Winter bei nicht zuviel Schnee. Der Aufstiegsweg sollte auch bei viel Schnee oft gehbar sein bei immerhin knapp 1900 m Höhe.

  5. Kai sagt:

    Wir sind am Samstag den Weg direkt vom Ettaler Kloster aus zum Gipfel gegangen. Der Anstieg zunächst steil teilweise mit Drahtseilen und einer Leiter gesichert. Mit Kinder oder bei Regen für meinen Geschmack nicht zu empfehlen. Dann wunderschöner Anstieg den Grat entlang, man nimmt die beiden Gipfel quasi im Vorbeigehen mit. Noch einige steile,aber unschwierige Stellen direkt unter dem Gipfel. Schönes,weitläufiges Gipfelplateau mit bombastischen Fernblicken. Absolut empfehlenswert. Auf ausreichend Wasser achten, ich habe im Aufstieg keine Wasserstelle gesehen.

  6. h_b sagt:

    Unsere erste Bergtour dieses Jahr.
    Haben die Tour falsch herum gemacht, also den steilen Weg für Aufstieg und über die Nebengipfel den Abstieg. War eine gute Entscheidung. Ab der Baumgrenze gab es allerdings Stellenweise noch Schnee der den Aufstieg erschwert hat, dadurch haben wir ca. 45 min länger für die Tour gebraucht.

  7. Ulli sagt:

    Ich habe die Überschreitung heute gemacht, allerdings in einer Variante: Start war an der Ettaler Mühle. Um mir den langen Talhatscher zurück zu verkürzen, bin ich nicht bis zum Sattel abgestiegen, sondern vorher links, hinter einer größeren Lichtung, auf einen kleinen Pfad abgebogen. Er ist unmarkiert, findet sich aber auf den Karten. Ein sehr geiler Weg für Bergerfahrene. Je näher das Tal kam, desto wilder wurden die Landschaft und der steile Steig. Zwei, drei Passagen sind potentiell lawinengefährdet. Ein paar Mal gibt es seilgesicherte Stellen. Extrem spannend, ohne je wirklich gefährlich zu werden.

    • Fritz sagt:

      Danke Ulli, welchen Pfad meinst Du? Den vom Ochssensitz nach Norden? LG

      • Ulli sagt:

        Servus Fritz, nach dem Ochsensitz kommt eine Lichtung. Erst danach bin ich den Pfad nach Norden runter. Den ersten in der Karte eingezeichneten Abzweig habe ich nicht gefunden.

        • Christian sagt:

          Servus, ich bin diese Variante heute auch gegangen von der Ettaler Mühle rauf und nach dem Ochsensitz den Pfad hinab. Dieser ist in meinem Kompass-Wanderführer von 2005 noch als Normalweg angegeben;-) Allerdings scheint er nicht mehr gepflegt zu werden, es gab einige alte Holzleitern, die komplett zerstört waren. Man kam trotzdem gut hinab, die Drahtseile waren noch intakt. Der Pfad ist in der Tat sehr spannend und erfahrenen Wanderern sehr zu empfehlen. Tolle Blicke auf Ettal! Aber zumindest heute mit rutschigem und nassem Untergrund war er auch nicht ungefährlich…

  8. Sventja F. sagt:

    Wirklich schöne Tour, die heute nichtmal allzu sehr frequentiert war. Inzwischen wurden die Schilder allerdings ausgetauscht: statt des namenlosen „Trittsicherheit erforderlich“-Schildes gibt es nun einen Wegweiser nach Ettal und Ettaler Mühle.

Dein Kommentar zu diesem Bericht:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben ↑
  • Tourensuche

  • Derzeit beliebteste schwere Wanderungen