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Schwere Hochtouren Eiger Mittellegigrat

Titelbild: Eiger Mittellegigrat    Artikel verfasst von:

Eiger Mittellegigrat (D, 1100hm, 2 Tage)

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Der Eiger (3967m) gehört aufgrund der Besteigungsgeschichte seiner berüchtigten Nordwand zu den bekanntesten Bergen der Alpen und ist ein begehrtes Ziel von Alpinisten. Neben den extrem schweren Routen durch die Nordwand bietet der Nordost- oder Mittellegigrat die ästhetischste und beliebteste Route auf den Gipfel. Für manche stellt der Mittellegigrat DIE Traumtour der Alpen schlechthin dar! In Kombination mit einem Abstieg über den Eiger-Südgrat und die Eigerjöcher erlebt man eine hochalpine Überschreitung der Extraklasse!

Wer von Grindelwald zum Gipfel des Eiger blickt, muss seinen Kopf weit in den Nacken legen, denn knapp 3000 Meter liegen zwischen Tal und Gipfel. Das nassschwarze Kalkgestein der fünf Kilometer breiten Nordwand steigert den Eindruck eines abweisenden Giganten. Man muss also etwas Kühnheit mitbringen, um auf den luftigen Graten des Eiger zu balancieren. Daneben sollte man auf eine fundierte Hochtouren- und Alpinklettererfahrung zurückgreifen können, denn neben der Querung von spaltenreichen Gletschern muss gegebenenfalls mit Steigeisen im vierten Schwierigkeitsgrat geklettert werden! Nachdem sich Fels und Eis auf der Route immer wieder abwechseln, ist der zügige Materialwechsel genauso obligatorisch wie der Verzicht auf eine durchgängige Sicherung. Nur diejenigen, die mit einem Bergführer unterwegs sind, werden ständig im Seil eingebunden sein. Alle anderen werden die meiste Zeit seilfrei steigen, um die Überschreitung des Eiger über den Mittellegigrat in rund 10 Stunden schaffen zu können.

Zusammenfassung Mittellegigrat

  • Art: Hochtour (D, schwierig); im Fels IV und III/A0, im Firn max. 45°, sehr ausgesetzer Grat!
  • Höhenmeter: rund 1100hm im Aufstieg, rund 800hm im Abstieg
  • Gehzeit: Station Eismeer – Mittellegihütte ca. 2:00h, Mittellegihütte – Mönchsjochhütte 8 – 10h.
  • Kondition: sehr hohe Anforderungen; nur sehr ausdauernden Sportlern zu empfehlen.
  • Technik: Meist wegloses Gelände in Fels und Eis, selten markiert. Deutliche Absturzgefahr in heiklem, exponiertem Gelände. Kletterstellen bis IV (UIAA). Sehr guter Orientierungssinn, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Zudem ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bergführer empfehlenswert.
  • Ausrüstung: Hochtourenausrüstung, 50-Meter-Seil.
  • Rundtour: ja

Anfahrt Grindelwald

Mit den öffentlichen Verkehrmitteln

  • Mit dem Bus über Zürich nach Luzern. Von Luzern mit der Bahn 470 nach Interlaken Ost und von dort mit dem Zug 87-Y nach Grindelwald.
  • Alternativ mit der Bahn über Basel und Bern nach Interlaken Ost und von dort nach Grindelwald.

Mit dem PKW

  • Adresse fürs Navi: Grundstrasse 67, 3818 Grindelwald, Schweiz
  • Google-Routenplaner nach Grindelwald Grund
  • Im Detail: Von München über Lindau, Zug, Luzern, Interlaken nach Grindelwald Grund. Auf dem hintersten Parkplatz (hinter dem Busparkplatz der Jungfraujochbahn) befindet sich ein Parkplatz für Mehrtagesparker. Das Parkticket für diesen Parkplatz erhält man nicht an der Parkuhr, sondern in der Bahnstation.

Wegpunkte

Grindelwald Grund – Kleine Scheidegg – Station Eismeer – Mittellegihütte – Eiger (3970m) – Nördliches Eigerjoch – Südliches Eigerjoch – Mönchsjochhütte – Jungfraujoch – Kleine Scheidegg – Grindelwald Grund

Aufstieg Eiger

Hüttenzustieg

Von Grindelwald Grund fährt man mit der Jungfraubahn zur Kleinen Scheidegg. Von dort fährt im Halbstundenrythmus die Jungfraubahn zum Jungfraujoch. Nach rund 30 Minuten Fahrzeit erreicht man die (Mittel-)Station Eismeer der Jungfraubahn.

In der Station Eismeer gelangt man über den oft vereisten Stollen 4 zum Challifirn. Je nach Zustand des Bergschrundes kann hier bereits die erste Schwierigkeit warten und Seileinsatz erfordern. Steht man auf dem Gletscher, gewinnt man zügig etwas Abstand von der Bergflanke und verringert so die Steinschlaggefahr. Die Route ist fast immer durch Steigspuren vorgegeben und traversiert den Challifirn in nordöstlicher Richtung. Man gelangt nach rund einer halben Stunden an die Felsflanke, die zur Mittellegihütte führt. Der erste Aufschwung im Fels ist mit einem Fixseil entschärft und mit kräftigem Hinpacken schnell erledigt. Eine zweite Seillänge (III) führt in leichteres Gelände. Nun steigt man noch einige Meter weiter bergauf, bis man auf ein breites Band gelangt (rote Pfeile). Über das Band gelangt man zu einer Rinne, in die man abseilt oder abklettert (III). Zunächst weisen noch Steinmännchen den weiteren Weg, das letzte Wegstück zur Hütte ist jedoch weglos zurückzulegen.

Route Mittellegigrat

Die Route wird durch den Grat selbst vorgegeben. Man folgt dem Grat immer direkt und überklettert alle Schwierigkeiten ohne ein Ausweichen in die Nord- oder Südflanke. Einzige Ausnahme sind die schwierigen Kletterstellen am Mittellegigrat, die durch dicke Fixseile entschärft werden. So weicht die Route bei der Ersteigung des Großen Turms (3688m) in die Nordflanke aus. Hier hat man tolle Einblicke zum Lauperschild, dem Firnfeld, über das eine gleichnamige Nordwandroute führt. Dem Großen Turm folgt ein Aufschwung über einen äußerst ausgesetzten Firngrat, der zum Gipfel des Eiger führt und atemberaubende Tiefblicke in die Nordwand gewährt. Vom Gipfel hat man eine geniale Rundsicht auf die 4000er des Berner Oberlandes, insbesondere die direkten Nachbarn Mönch und Jungfrau.

Abstieg Eiger

Vom Gipfel des Eiger steigt man über den breiten Felsrücken des Südgrates hinunter in Richtung Nördliches Eigerjoch. Nach kurzer Zeit erreicht man eine Abseilstelle und seilt nun zweimal 25 Meter ab. Es folgt wieder Gehgelände, das jedoch stellenweise heikel ist und durch weitere optionale Abseilstellen gekennzeichnet ist. Hat man das Nördliche Eigerjoch erreicht, folgt die durch zwei Firnpassagen unterbrochene Gratüberschreitung zwischen den Eigerjöchern. Zu Beginn führt ein kurzer Aufschwung zu einer oft heiklen Firnflanke. Die darauf folgenden Felstürme werden erklettert, wobei markante Steigeisenkratzer am Fels den besten Weg weisen. Stellenweise wird der Grat verlassen und in der rechten Flanke aufgestiegen. Im dritten Aufschwung wird noch einmal kurz im IV. Grad um eine Kante herum geklettert, dann folgt leichteres Gelände bis zum Südlichen Eigerjoch (3747m). Von hier quert man leicht absteigend das Obere Ischmeer, bis man etwas steiler auf das Ewigschneefäld absteigt und auf diesem die Ostflanke des Mönchs passiert. Zuletzt führ ein kleiner Gegenanstieg ins Obere Mönchsjoch mit der Mönchsjochhütte. Von der Mönchsjochhütte führt eine planierte Piste zum auf der Sphinx gelegenen Jungfrau-Observatorium und der Jungfraubahn.

Hinweise

  • Bergführer: Die Tour auf den Eiger sollte ausschließlich bei sicheren Wetterbedingungen durchgeführt werden und ist nur wirklich soliden Alpinisten ans Herz zu legen! Im Zweifel sollte ein Bergführer engagiert werden!
  • Mittellegihütte: Privathütte des Bergführervereins Grindelwald; Reservierungen erfolgen online. Das Frühstück auf der Mittellegihütte wird gestaffelt ausgegeben, um einen Stau auf der Route zu vermeiden. Das erste Frühstück (4:30 Uhr) ist den einheimischen Bergführern und deren Klienten vorbehalten. Danach folgen die auswärtigen Bergführer und schließlich die Führerlosen im Viertelstundentakt.
  • Jungfraubahn: Tickets, Fahrpläne und Onlinereservierungen sind bei der Jungfraubahn einzusehen. Nach der Tour ist ein Besuch der Top-of-Europe-Aussichtsplattform aufgrund der genialen Aussicht über den Jungfraufirn zum Konkordiaplatz definitiv einen Besuch wert!
  • Mittellegigrat an einem Tag: Die Eigerüberschreitung kann auch ohne Übernachtung auf der Mittellegihütte direkt aber der Station Eismeer an einem Tag durchgeführt werden. Voraussetzungen sind die Auffahrt mit der ersten (!) Bahn um 8 Uhr, beste Kondition, bestes Wetter sowie zügiges Klettern und Seilhandling! Wir haben diese Option gewählt, da sich die Wetterprognosen für den kommenden Tag verschlechtert hatten. Wir sind um 21 Uhr im letzten Tageslicht an der Mönchsjochhütte angekommen und haben nur 5 Minuten Pause eingelegt… Nicht unbedingt empfehlenswert, aber machbar.
  • Reiseplanung und Akklimatisierung: Es empfiehlt sich, am Vortag der Tour anzureisen und auf der Kleinen Scheidegg zu übernachten, z.B. im Berghaus Grindelwaldblick, das einfache Übernachtungsmöglichkeiten bereithält.

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Karte & Höhenprofil

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Bilder Mittellegigrat

Bewertung

Eiger Mittellegigrat (D, 1100hm, 2 Tage) https://www.bergtour-online.de/wp-content/uploads/2020/08/eiger-mittellegigrat-title-bto.jpg
Aussicht
Aufstieg
Abstieg
Natur
Verkehr & Trubel

Zusammenfassung: Perfekte Hochtour auf einen der berühmtesten Berge der Alpen!

4.8


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