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Leichte Klettertouren (I-II) Die Ehrwalder Sonnenspitze, dahinter die Zugspitze

Titelbild: Die Ehrwalder Sonnenspitze, dahinter die Zugspitze    Artikel verfasst von:

Ehrwalder Sonnenspitze (II, 1300hm, 8:00h)

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Die Ehrwalder Sonnenspitze (2417m) erhebt sich markant über dem Talboden von Ehrwald. Die Tour ist insgesamt als sehr schwere Bergtour einzustufen, denn allein der Zustieg über den sogenannten “Hohen Gang” verlangt absolute Trittsicherheit und die lange Wegstrecke ist dem konditionsstarken Bergsteiger vorbehalten. Es empfiehlt sich eine Überschreitung des Gipfels von Süden (Coburger Hütte) nach Norden, denn die größeren Schwierigkeiten sind im südseitigen Aufstieg zu finden. Je nach Kletterfähigkeiten und Sicherheitsbedürfnis sollte man ein Seil (30m+), Gurt, 3-4 Schraubkarabiner und ein kleines Sortiment an Bandschlingen mitnehmen. Die Route ist hervorragend abgesichert, in allen schwierigen Abschnitten befinden sich Standplätze in geringem Abstand. Damit ist die Ehrwalder Sonnenspitze ein Berg für Genußkletterer, die gerne in einer großartigen Kulisse unterwegs sind, die Aussicht bspw. auf die Zugspitze ist überwältigend.

Walter Pause beschreibt übrigens den Wamperten Schrofen, also den direkten Nachbar der Sonnenspitze in ähnlicher Schwierigkeit, als Zweitagestour. Wer die Tour also gemütlicher angehen möchte, sollte in der Coburger Hütte übernachten.

Zusammenfassung 

  • Art: Schwere Bergtour mit alpinen Einlagen (II)
  • Höhenmeter: ca. 1300hm
  • Gehzeit: Aufsteig ca. 5h, Abstieg ca. 3h
  • Kondition: schwer, ggfs. auf zwei Tage teilen mit Coburger Hütte
  • Technik: schwer, absolute Trittsicherheit und Kletterei bis II muss sitzen!
  • Rundtour: ja

Anfahrt Ehrwalder Sonnenspitze

  • Adresse fürs Navi: Doktor-Ludwig-Ganghofer-Straße 66, A-6632 Ehrwald
  • Routenplander: Ehrwalder Almbahn
  • Von München über Garmisch Richtung Füssen/Reutte nach Ehrwald. In Ehrwald immer dem Wegweiser Richtung Ehrwalder Almbahn folgen und am Parkplatz der Bergbahn parken.
  • Kostenloser Parkplatz

Wegpunkte Ehrwalder Sonnenspitze

Talstation Ehrwalder Bergbahn (1108m) – Seebensee (1657m) – Coburger Hütte (1917m) – Ehrwalder Sonnenspitze (2417m) – Abstieg Nordseite zum Seebensee, dann wie Aufstieg

Aufstieg Ehrwalder Sonnenspitze

Man quert direkt oberhalb des Parkplatzes unter der Seilbahn zu einigen Wegweisern, die einen Richtung Coburger Hütte leiten. Man folgt der Forststraße (nicht !! kleinen abzweigenden Wegen Richtung Klettersteig) und gelangt so auf den “Hohen Gang“. Der Pfad wird schmäler und deutlich steiler und geht schließlich in einen mit Drahtseilen gesicherten Steig über. Nach ca. 1h Gehzeit erreicht man den Seebensee und von wo aus man die Coburger Hütte bereits erkennen kann. Man erklimmt auf deutlichem Weg eine weitere Stufe und gelangt zur Hütte (ca. 2h vom Parkplatz), die wunderschön über dem Drachensee gelegen ist. Dort sollte man sich noch eine kleine Stärkung gönnen, denn der anstrengendste Teil der Tour wartet noch auf einen.

Man wendet sich Richtung Westen (Biberwierer Scharte) und gelangt nach ca. 20min an die Schotterfelder am Fuße der Sonnenspitze. Man folgt dem gut markierten Weg steil bergauf, bis man an den Fels gelangt. Zunächst noch einfach steigt man aufwärts, bis die Sicherungsmöglichkeiten beginnen. Je nach persönlichem Belieben steigt man mit oder ohne Seilsicherung weiter Richtung Gipfel. Die Kletterstellen wechseln sich immer wieder mit Gehgelände ab.

Am höchsten Punkt angelangt steht man wieder Erwarten nicht am Gipfel, dieser ist noch durch einen schmalen Grat zu erreichen. Der Grat ist sehr schmal und auf beiden Seiten geht es gehörig tief nach unten. An dieser Stelle ist die oft verwendete Forderung nach Trittsicherheit und Schwindelfreiheit einmal wörtlich zu verstehen. Garniert wird der Gratabschnitt mit einer kurzen, stark ausgesetzten Blockkletterei (ca. 3m) bis man schließlich das Gipfelkreuz erreicht und die Aussicht genießen kann.

Abstieg Ehrwalder Sonnenspitze

Der Abstieg nach Norden ist deutlich einfacher als der südliche Aufstieg, aber trotzdem sehr ausgesetzt und absturzgefährdet. Oftmals liegt hier Schotter auf plattigem Stein, deshalb ist äußerste Vorsicht geboten und auch hier nach Belieben zwischenzeitlich mit dem Seil zu sichern. Nach ca. 1,5h gelangt man wieder in normales Gehgelände und erreicht später das Ufer des Seebensees.

Nach erfrischendem Fußbad macht man sich wieder über den “Hohen Gang” auf den Weg zur Talstation der Seilbahn.

Einkehrmöglichkeiten & Unterkünfte

  • Coburger Hütte, Mitte Mai bis Anfang Oktober,  Tel.: +43 / (0)664 / 3254714
  • Ggfs. Stirnlampe mitnehmen, den “Hohen Gang” und den folgenden Abschnitt durch den Wald möchte man nicht im Dunkeln machen müssen!

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Bilder Ehrwalder Sonnenspitze

Karte und Höhenprofil

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- Tipp: Tourenbericht und GPS-Track offline nutzen >

Bewertung der Tour

Ehrwalder Sonnenspitze (II, 1300hm, 8:00h) https://www.bergtour-online.de/wp-content/uploads/2012/10/Ehrwalder-Sonnenspitze-01-bergtour.jpg
Aussicht
Aufstieg
Abstieg
Natur gesamt
Verkehr & Trubel

Zusammenfassung: Super Tour!

4.8


Bewertung der User: 3,7 (13 Bewertung)

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8 Kommentare zu Ehrwalder Sonnenspitze (II, 1300hm, 8:00h)

  1. Vanessa sagt:

    Hallo zusammen,
    Wir sind geübte Wanderer und Alpine-Abschnitte machen uns auch nichts aus.
    Bei unserem letzten Aufenthalt in Ehrwald hat es uns die Sonnenspitze angetan. Leider hat es für einen Aufstieg zeitlich nicht mehr gereicht. Ein Einheimischer meinte, dass man nicht unbedingt Klettererfahrung braucht um auf die Spitze zu gelangen. Stimmt das? Gibt es auch einen Weg wo keine Ausrüstung benötigt wird? Wir haben nämlich keine.

    Grüße an euch,
    Vanessa

    • JohannesPr sagt:

      Hi Vanessa,

      das Problem bei solchen Fragen sind immer die Begriffe und das Verständnis dahinter – in andern Worteu müsstest definieren, was du unter Klettererfahrung verstehst.

      Ich will versuchen es ergänzend zur Beschreibung hier kurz zu erläutern:

      Ihr seid zum Teil in sehr steilen Abschnitten unterwegs die ohne Einsatz Hände nicht wirklich begehbar sind – Genusskletterei eben.
      Teils ist das Gelände so exponiert, dass man einen falschen Schritt oder Stolperer vermutlich mit dem Leben bezahlt. Ich will dir keine Angst machen aber exponiert ist wörtlich zu nehmen!

      Zum Thema Ausrüstung: Falls du Klertterzeug meinst (Seil/Gurte), ist dies nicht erforderlich, solange du mit dem oben beschriebenen leben kannst. Ich war jetzt im Herbst alleine unterwegs und habe lediglich einige besonders exponiert Meter in der Hocke zurückgelegt um nicht auf dem Schnee auszurutschen.
      Helm hingegen würde ich als unbedingt erforderlich ansehen, da einige Abschnitte des Weges in der Falllinie verlaufen und je nach Anzahl der Leute über dir schon fast sicher mit Steinschlag gerechnet werden kann.

      Wie sie hier in der Tourenbeschreibung schon geschrieben haben: Aufstieg von Süden, Abstieg nach Norden in Richtung Zugspitze – macht auch mehr Spaß, was die Kletterei angeht.
      Wie von mir schon geschrieben, genug Zeit nehmen zur Orientierung. Es gibt zumindest von Süden in den Norden gehend 2 oder 3 Stellen wo der Verlauf des Weges nicht sofort ersichtlich ist.

      Falls sich dein Kommentar zur Ausrüstung nur aufs Klettern bezieht, ihr zumindest Klettersteigzeug habt und nicht vor einem etwas sportlicheren Steig zurückschreckt, ist der Zustieg/Abstieg über den Klettersteig neben dem Wasserfall eine schöne Option. Insbesondere im Abstieg setzt dies m.E aber voraus, dass ihr etwas in einem vergleichbaren Schwierigkeitsgrad schon einmal gegangen seid und sicher wisst, was ihr eurem Kopf (exponiert) und euren Armen (ich glaube ganz oben bis Stufe E) zutrauen könnt.

      Viele Grüße und viel Spaß,

      Johannes

    • Benedikt sagt:

      Hallo Vanessa,

      der Anstieg über die Nordflanke (bei uns als Abstieg beschrieben) wird in der Regel ohne Kletterausrüstung begangen; ein Helm ist aber empfehlenswert. Die Wegfindung ist viel einfacher als im Südaufstieg, da ein kleiner Steig den Weg weist. Zum Gipfel hin wird der Steig aber schwieriger (schottrige Querungen und kurze Kletterstellen (II)). Zudem ist eine äußerst gute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich, da große Teile des Steiges absturzgefährdet sind. Wenn Ihr über entsprechende Erfahrung verfügt, ist die Sonnenspitze auf jeden Fall einen Besuch wert!

      Viele Grüße
      Benedikt

  2. JohannesPr sagt:

    Über einige Teile wunderschöne Genusskletterei für absolut schwindelfreie Berggeher. Dem Hinweis mit der schlechten Markierung kann ich mich anschließen. Wir sind beim ersten Mal im unteren drittel von Süden kommend zu weit links gewesen und haben uns sauber verstiegen. Unbedingt in aller Ruhe immer wieder orientieren und nach teils schwer erkennbaren Markierungen und Steinmanndln Ausschau halten.

  3. Hubert Reiter sagt:

    Die Besteigung der Sonnespitze ist wahrlich eine unvergessliche Tour mit einer ebenso unvergesslichen Aussicht. Leider ist die Route meiner Ansicht nach sehr schlecht markiert. Einige rote Punkte mehr würden die Sicheheit deutlich erhöhen. Wählt man die Nordroute zum Aufstieg, gibt es mindestens zwei Stellen, von denen aus die nächste Markierung definitiv nicht zu sehen ist. Wenn dann nach eine Wolke die Sicht einschränkt, wirds definitiv gefährlich.

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