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Schwere Hochtouren Am Jubiläumsgrad im Winter

Titelbild: Am Jubiläumsgrad im Winter   Artikel verfasst von:

Jubiläumsgrat im Winter

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Der Jubiläumsgrat im Winter ist eine hochalpine Bergfahrt, die dem Begeher einiges an alpiner Erfahrung abverlangt aber im Gegenzug auch mit gewaltigen Eindrücken belohnt. Je nach Verhältnissen und persönlichem Können kann die Tour an einem oder zwei Tagen durchgeführt werden. Im Zweifelsfall sollte ein Bergführer in Anspruch genommen werden! Wir beschreiben die Tour von der Zugspitze zur Alpspitze mit einer Übernachtung im Jubiläumsgrathütterl.

Zusammenfassung Jubiläumsgrat

  • Art: Schwere Bergtour
  • Höhenmeter: 800hm aufwärts werden im „Abstieg“ zur Alpspitze zurückgelegt
  • Gehzeit: 1.Tag 6-10h, 2. Tag 6-10h; stark von den Verhältnissen abhängig (Schnee, Kondition, Seilschaft, etc.)
  • Kondition: hohe Anforderungen; nur sehr ausdauernden Sportlern zu empfehlen
  • Technik: sehr steile Passagen, die u.U. die Absicherung mit einem Seil notwendig machen
  • Ausrüstung: Hochtourenausrüstung, Steigeisen, Seil, Abseilachter, Bandschlingen, Biwaksack, Klettersteigset (optional), Schlafsack (optional)
  • Rundtour: nein

Anfahrt Jubiläumsgrat

  • Adresse fürs Navi: Seefeldweg 1, 82491 Grainau
  • Routenplaner: Anfahrt Jubiläumsgrat
  • Im Detail: A95 München – Garmisch. Der Straße Richtung Fernpass/Reutte folgen. Kurz hinter Garmisch nach links zum Eibsee und zur Zugspitzgondel abbiegen.

Wegpunkte

Zugspitze (2962 m) – Innere Höllentalspitze (2741 m) – Mittlere Höllentalspitze (2743 m) – Äußere Höllentalspitze (2720 m) – Vollkarspitze (2630 m) – Alpspitze (2628 m) – Bergstation Osterfelderkopf Alpspitzbahn (2010 m)

Aufstieg Jubiläumsgrat

Tag 1:
Möglichst mit der ersten Gondel der Eibseeseilbahn sollte man auf die Zugspitze fahren oder alternativ auf der Plattform der Seilbahn biwakiert haben. Von der Plattform geht es in kurzer Kletterei auf den Gipfel der Zugspitze. Bereits der erste Abschnitt direkt hinter dem Gipfel verlangt äußerste Trittsicherheit – auf beiden Seiten des Grates geht es gehörig tief nach unten! Die Schneeverhältnisse sollten auf den ersten Metern kritisch geprüft werden, bestimmen sie doch deutlich die Sicherheit des Unternehmens und das Tempo! Im Zweifelsfall sollte die Tour natürlich abgebrochen werden.
In ständigem Auf und Ab geht es fast ununterbrochen am Grat entlang, teilweise weicht man jedoch in die Flanken aus (meist südseitig). Die sehr exponierten Stellen an der Inneren Höllentalspitze und der Mittleren Höllentalspitze sind teilweise mit Drahtseilen versichert, je nach Schneelage können diese allerdings unter dem Schnee verborgen sein und man muss auf mobile Sicherung umsteigen! Nach der Mittleren Höllentalspitze sind die größten Schwierigkeiten überwunden und man gelangt auf den langgezogenen und flachen Gratabschnitt, der zur Biwakschachtel (Jubiläumsgrathütterl) führt. Im Winter ist diese meist verlassen und bietet für 12 Personen Schlafplätze inkl. Decken (ein leichter Schlafsack macht die Nacht dennoch komfortabler!)

Tag 2:
Nach der Übernachtung geht es weiter direkt am Grat über die Äußere Höllentalspitze in Richtung Vollkarspitze, welche die Schlüsselstelle der Tour darstellt. Steil, abweisend und meist mit Eis überzogen, muss gleich zu Beginn des steilen Aufschwungs eine heikle Kletterstelle von ca. 4m Höhe überwunden werden. Das senkrecht gespannte Drahtseil ist relativ ungünstig am linken Rand des Abbruchs angelegt – würde man sich hier heraufziehen wollen, würde man seinen Hintern direkt über dem Abgrund bewegen. Es empfiehlt sich ein Klettersteigset mit einem zusätzlichen Prusik als Sturzsicherung in das Steilsahl einzubinden und am rechten Rand des Stahlseils emporzuklettern (Klettersteigstück mit D bewertet, geklettert III-). Nach der Vollkarspitze geht es knackig weiter – einige Steilaufschwünge in kombinierten Gelände verlangen nochmals Konzentration. Schließlich wird das Ende des Jubiläumsgrates erreicht, die Schwierigkeiten sind aber noch lange nicht zu Ende. Die Querung der Flanke des Hochblassen in Richtung Alpsitze führt durch einige ausgesetzte, lawinengefährdete Hänge. Zur Alpspitze müssen ab der Grießkarscharte noch einige Höhenmeter überwunden werden. Am Gipfel der Alpspitze angekommen lässt sich bei guter Sicht bereits ein Blick auf das heutige Ziel werfen – die Bergstation der Alpspitzbahn. Der Abstieg über die Alpsitzferrata verlangt nochmals vollste Aufmerksamkeit, bis man schließlich über flacheres Gelände die Bergstation der Alpspitzbahn erreichten. Abfahrt mit der Osterfelderbahn (Alpspitzbahn) und Rückfahrt mit der Zahnradbahn zum Eibsee (Tipp: Mit der Bergfahrtkarte der Zugspitzbahn bekommt man eine ermäßigte Talfahrt von der Alpspitze. Weiterfahrt mit der Zahnradbahn ist inklusive).

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Hinweise

  • Im Winter gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten am Zugspitzgipfel, nicht im Münchner Haus oder in irgendeiner anderen überdachten Ecke!
  • Einkehrmöglichkeit: Restaurant in der Gipfelstation der Eibseeseilbahn (Beginn) und der Alpspitzbahn (am Ende der Tour)
  • Unbedingt beachten: letzte Talfahrt der Alpspitzbahn um 16:30 Uhr (Okt. – Feb.) bzw. 17:00 Uhr (Mrz. – Jun.)
  • Wer die letzte Gondel verpasst hat, kann ins nahe gelegene Kreuzeckhaus ausweichen, das man über die Skipiste in ca. 30 Minuten erreichen kann. Vorher checken, ob geöffnet!
  • Zeitpunkt dieser Tourenbeschreibung: wir haben die Tour Ende März gemacht.
  • Achtung: Der Jubiläumsgrat lockt viele Bergsteiger durch seine niedrige Schwierigkeitsbewertung. Man muss sich allerdings im Klaren sein, dass man sich 2 Tage lang auf Messers Schneide bewegt und jeglicher Fehler ernsthafte Konsequenzen haben kann. Deshalb sollte die Tour (im Speziellen im Winter!) nur derjenige angehen, der bereits auf entsprechende Erfahrung im winterlichen Hochgebirge zurückblicken kann. Im Zweifelsfall lohnt sich definitiv ein Bergführer!

Bilder Jubiläumsgrat

Karte & Höhenprofil

- Download GPS-Track > erzeugt mit www.gpsies.com
- Tipp: Tourenbericht und GPS-Track offline nutzen >

Bewertung der Tour

Jubiläumsgrat im Winter Benedikt
Aussicht
Aufstieg
Abstieg
Natur
Verkehr & Trubel

Zusammenfassung: Ein absolutes Highlight in der Karriere eines jeden Alpinisten! Besonders mit Bergführer empfehlenswert...

5


Bewertung der User: 3,5 (9 Bewertung)

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2 Kommentare zu Jubiläumsgrat im Winter

  1. ReinerD sagt:

    Sehr gute Bilddokumentation und gute Tourbeschreibung bei Idealbedingungen und vorhandener Spur.

    – Wünschenswert wäre noch der Hinweis auf „letzte Talfahrt Osterfelderbahn“ beachten,
    falls diese verpasst wird, auf die alternative Übernachtungsmöglichkeit / Einkehrmöglichkeit
    Kreuzeckhaus.

    – Hinweise im Text bei einer WINTER-Begehung wie :

    “ ……. oder alternativ auf dem Münchner Haus übernachtet haben“

    “ Einkehrmöglichkeit: Münchner Haus… “

    zeugen allerdings nicht von Ortskenntnis zum Thema „Zugspitzgipfel im WINTER“

    Gruss aus Garmisch

    • Benedikt sagt:

      Servus Reiner,

      danke für Deine Hinweise, die ich gerne übernommen habe! Es ist wirklich erstaunlich, dass an so einem prominenten Ort wie dem Zugspitzgipfel tatsächlich keine Übernachtungsmöglichkeit im Winter besteht… aber anscheinend Fakt! Also bleibt die erste Gondel auch die erste Wahl für diese Tour!

      Gruss aus Untergiesing!
      Benedikt

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